ushiro yoko mae mawari

Anzahl der Techniken für die entsprechende Graduierung (Details PO IBF)

3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/ 9/ 10/ 11/ 12

Ukemi waza

Das verletzungsfreie Fallen


Ukemi bedeutet „Körperbeherrschung“ beim Fallen. Durch das wiederholte trainieren der Falltechniken lernt man, seinen kompletten Körper zu kontrollieren. Ukemi ist „passive Aktivität“. Hieraus entsteht die Einstellung zum Training innerhalb aller asiatischen Kampfsportarten, nämlich die Bereitschaft zu werfen und geworfen zu werden. Eine gute Beherrschung des Ukemi ist aber nicht nur für die Sicherheit der Jujutsuka von großer Bedeutung, sondern fördert auch die Entwicklung auf dem Weg (Do).

Grundgedanke des Ukemi ist es, die Wucht des Aufpralls von UKE auf der Tatami auf eine möglichst große Fläche zu verteilen und so den Aufprall abzuschwächen. Beim Fallen wird angestrebt möglichst großflächig zu „landen“ und somit die schmerzempfindlichen „Ecken und Kanten“ (Knie, Ellenbogen, Schultern, Handgelenke, usw.) des Körpers zu schützen. Durch entsprechendes Abschlagen, wird die Aufprallenergie wesentlich breiter gestreut und teilweise an den Untergrund abgegeben. Ein perfekt beherrschtes Ukemi, ermöglicht es UKE gewisse Fallhöhen, hohe Fallgeschwindigkeiten und massive Aufprallenergien verletzungsfrei abzufangen.

Physikalische Untersuchungen haben ergeben, dass bei gut ausgeführten Wurftechniken (Nage waza) aus dem Stand die Fallkräfte bis zu dem 12-fachen Körpergewicht von UKE betragen können und diese Kraftspitzen in nur 0,2 Sekunden erreicht werden können. Wird der Partner/Gegner durch Judotechniken beschleunigt und geworfen, so kann die Bewegungsenergie entweder auf langem Weg weich oder muss auf kurzem Weg hart abgebremst werden; hieraus haben sich zwei grundsätzliche Formen des Ukemi entwickelt:

  • Weiches Fallen - Bei der Rolle vorwärts (Mae mawari ukemi) oder rückwärts (Ushiro mawari ukemi) finden wir Formen des weichen Fallens. Speziell junge Jujutsuka müssen hierzu erst die Orientierung im Raum erlernen. Medizinische Untersuchungen ergaben, dass sich die dreidimensionale Orientierung im Raum bei Kindern erst zwischen dem 8. und 10. Lebensjahr entwickelt. Der Trainer sollte also z.B. einem sechs jährigen nicht mit aller Macht versuchen das korrekte Abrollen abzuverlangen.
  • Hartes Fallen - Werden jedoch explosive und schnelle Bewegungen ausgeführt, lässt sich das harte Fallen (Mae, Yoko, Ushiro und Jiyu ukemi) meist nicht vermeiden. Gleiches gilt für Würfe, wo UKE während der Wurfphase durch TORI in seiner Bewegung und Wurfbahn kontrolliert wird. Diese Art des Fallens erfordert sehr viel Übung, denn die Koordination des gesamten Körpers - Übergang von der Entspannung zur optimalen Spannung, federndes Abschlagen und sofortige Entspannung - muss im Bruchteil einer Sekunde und im richtigen Augenblick erfolgen.

Es gibt eine Vielzahl von Fallvarianten, wobei letztendlich alle auf den Basisfallübungen beruhen:

  • Ushiro ukemi – rückwärtiges Fallen
  • Yoko ukemi – seitliches Fallen, rechts und links
  • Mae ukemi – vorwärts Fallen
  • Mae mawari ukemi - vorwärts Fallen mit Rolle
  • Ushiro mawari ukemi – rückwärtiges Fallen mit Rolle
  • Jiyu ukemi – freies Fallen (Durchreißer)



ushiro yoko mae mawari
 
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